„Es war einmal…“- so fangen alle Märchen an und ebenso die Geschichte rund um die Entstehung des Märchenhauses. Unser Ort braucht wieder mal was Neues, so war mein Gedanke und als ich im Dezember 2023 eine wunderschöne große Pyramide auf dem Marktplatz in Bad Schandau sah, dachte ich, wie schön es wäre, wenn wir so etwas auf unserem Dorfplatz aufstellen könnten. Ich machte ein Foto und schickte es an Ingo Lorenz, weil er sich mit dem Werkstoff Holz gut auskennt, und fragte, ob sowas machbar wäre. „Kein Problem“ war seine Antwort. Ein bisschen Zeit verging und der Gedanke ließ mich nicht mehr los. Und da ich 2025 nach 15 Jahren den Vorsitz im Heimatverein beenden wollte, wollte ich zum Abschied ein Geschenk an den Ort übergeben. Aber es musste etwas sein, dass es im Umland so nicht gibt und unseren Ort ausmacht. Und dann kam mir ein Geistesblitz- seit mehr als hundert Jahren wird zur Weihnachtszeit ein Märchen aufgeführt. Seit 2001 übernahm diese Fortführung der Tradition die Laienspielgruppe und führt seitdem mehrere öffentliche Aufführungen durch. Also keine Pyramide wie in unserem Nachbarort Nerchau, nein ein Märchenhaus sollte es sein. Ich fragte wieder rum Ingo, erzählte ihm von meiner Idee und ob es machbar wäre. Auch jetzt meinte er: „kein Problem“. Wir setzten uns zusammen und planten, was wir alles brauchen, wie groß es werden soll und so weiter. Der Anfang war gemacht, auf welche Reise wir uns begaben, war uns nicht wirklich klar. Das Holz wurde bestellt, ich malte die ersten Märchenfiguren auf und Ingo sägte sie in seiner häuslichen Werkstatt aus. Jetzt konnten die Farben besorgt werden und schon ging es los. Zweimal vorstreichen und dann auch zweimal mit Farbe bemalen, von vorn und auf der Rückseite. Danach ging es an die einzelnen Häuserwände. Weil die aber sehr groß waren, durfte ich diese in der Werkhalle von René Pfeifer lagern und streichen, auch mehrere Monate. Und das gleiche Prozedere wie mit den Figuren, jeweils vorstreichen und bemalen, innen und außen. Mit jedem Treffen kamen neue Ideen dazu. Auch wenn wir bereits mehrere Stunden, Tage, Wochen und Monate an dem Märchenhaus arbeiteten und zusahen wie unser Projekt stetig wuchs, bereitete es uns auch unendlich viel Freude und die Anspannung wuchs. Wie würden es die Fremdiswalder finden und schaffen wir das bis zum Advent 2025, die Unsicherheiten wechselten sich mit Begeisterung ab. Und dann endlich wurde der Termin bestimmt, der 07. Dezember sollte es sein, pünktlich zum ersten Auftritt der Laienspielgruppe, sollte das Märchenhaus eingeweiht werden. So wurden die letzten Feinheiten geplant, die letzten Pinselstriche gezogen, die letzten Nägel versenkt und die Deko zusammengesammelt. Am Freitag zuvor gab es fleißige Helferlinge (Max Brauner, Jan Mundus, Nick Hoßfeld, Christina Brauner, ein Angestellter der Firma Schicketanz, der mit großer Technik aushalf, Ingo und ich) die das Märchenhaus aufbauten, die Fenster putzten und dekorierten und schließlich unter einer großen Plane versteckten. Am Sonntag kamen viele, neugierige Fremdiswalder und waren genauso gespannt wie Ingo und ich. Nach unendlich vielen, nicht gezählten, Arbeitsstunden, vielen Dosen Farben, unzähligen Schrauben und Nägeln und einer schlaflosen Nacht (so aufgeregt war ich zuletzt zu meiner Hochzeit) freuten wir uns über zahlreiche staunende Kinderaugen, vielen „Ah´s“ und „Oh´s“, plattgedrückten Nasen an den Fenstern und dem positiven Feedback. Mein Abschiedsgeschenk ist jetzt ein Geschenk an Fremdiswalde (da ich für weitere 3 Jahre als Vorsitzende gewählt worden bin), unser gemeinsames Projekt „Märchenhaus“ ist ein großer Erfolg geworden und soll nun jährlich in der Theaterzeit zum Staunen einladen und ein bisschen Magie in unsere Herzen bringen. Ich möchte mich noch einmal bei Ingo Lorenz bedanken, dass er meine Idee so grandios mit unterstützt hat und wir gemeinsam unserem Ort Fremdiswalde dieses Geschenk gemacht haben.
Und da wir nicht nur unzählige Stunden und Energie, sondern auch einiges an Geld investiert haben, bitten wir alle unser Märchenhaus dementsprechend zu behandeln, damit es noch längere Zeit bestaunt werden kann.
Eure Jana Mundus