{"id":4406,"date":"2021-01-02T20:03:54","date_gmt":"2021-01-02T19:03:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fremdiswalde.com\/?page_id=4406"},"modified":"2021-01-02T20:08:50","modified_gmt":"2021-01-02T19:08:50","slug":"unsere-kirche","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.fremdiswalde.com\/?page_id=4406","title":{"rendered":"Unsere Kirche"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.fremdiswalde.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Kirche_Fremdiswalde4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4407\" src=\"https:\/\/www.fremdiswalde.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Kirche_Fremdiswalde4-255x300.jpg\" alt=\"\" width=\"255\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.fremdiswalde.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Kirche_Fremdiswalde4-255x300.jpg 255w, https:\/\/www.fremdiswalde.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Kirche_Fremdiswalde4.jpg 740w\" sizes=\"auto, (max-width: 255px) 100vw, 255px\" \/><\/a>In Deutschland gibt es ungef\u00e4hr 50.000 Kirchen, eine von ihnen ziert seit ca. 700 Jahren unsere Gemeinde. Es handelt sich hierbei um eine romanische Kirche, eine so genannte einschiffige Saalkirche, mit einer halbkreisf\u00f6rmigen Apsis. Im breiten Chor mit seinem Kreuzgratgew\u00f6lbe las bis zur Reformation der katholische Priester seine Messe. Der \u00fcber dem Chor \u2013 im Osten- aufgesetzte Turm l\u00e4sst vermuten, dass die ersten Fremdiswalder aus dem s\u00fcddeutschen Raum kamen. Die Erbauer der in unserer Gegend h\u00e4ufigeren Westturmkirchen hingegen kamen wahrscheinlich aus Norddeutschland. Die Erbauungszeit der Kirche ist unbekannt. Doch weisen, wie Cornelius Gurlitt in seiner \u201eBeschreibenden Darstellung der \u00e4lteren Bau\u2013 und Kunstdenkm\u00e4ler des K\u00f6nigreiches Sachsen.\u201c bemerkt, die K\u00e4mpfergesimse an der Apsis auf das 13. Jahrhundert, aber die Fenster und das zerst\u00f6rte Ma\u00dfwerk am Fenster der Turmhalle auf die Zeit um 1500. In den 1970er Jahren wurden in der Apsis bei Instandsetzungsarbeiten die jahrhundertealten Farbschichten abgewaschen. Zum Vorschein kamen Fresken des 13. Jahrhunderts! Jedenfalls sind die Apsis und die sich an die Apsis nach Westen zu unmittelbar anschlie\u00dfende Turmhalle die \u00e4ltesten Teile der Kirche. Ein eiserner Ring im Deckengew\u00f6lbe der Apsis, der dort bei der Kirchenerneuerung im Jahre 1904 mit entfernt wurde, r\u00fchrte allen Anschein nach noch von der Zeit her, in der die ewige Lampe in der Kirche brannte. Eine schrankartige Vertiefung in der Wand an der linken Altarseite bezeichnet noch jetzt die Stelle, an der sich in der vorreformatorischen katholischen Zeit das Sakramentsh\u00e4uschen befunden hat. Der erste Pfarrer, der nachweislich hier gewirkt hat, war der ehemalige M\u00f6nch Johann Jakob Klappe. Er amtierte von 1529-1536 in Fremdiswalde. W\u00e4hrend seiner Amtszeit f\u00fchrte er die Reformation im Ort ein. Eine Orgel, wie wir sie aus den meisten Kirchen her kennen, gab es zu dieser Zeit nicht. Erst der Kirchschullehrer Michael Frenzel baute in seiner Amtszeit (1698 \u2013 1708) die erste Orgel f\u00fcr die hiesige Kirche. So hei\u00dft es in einer kurzen Nachricht von Pastor Paupitz \u201eEs ist dieser Michael Frenzel ein K\u00fcnstler gewesen, und hat die hiesige kleine Orgel erbauet, wof\u00fcr er teils von dem alten Hr. von Caniz teils aber aus dem hiesigen Kirchenverm\u00f6gen 40 Thlr. bekommen.\u201c Sie wurde nach einer von Hand herr\u00fchrenden Notiz, die sich auf der Innenseite der T\u00fcr der Orgel fand, im Jahr 1699 eingeweiht. Diese Orgel tat gut 40 Jahre ihren Dienst. Aus einem, den hiesigen Orgelbau betreffenden, Aktenst\u00fcck des Ephoralarchiv entnehmen wir nun folgende Notiz: \u201eBei anno 1738 d. 9 April\u00a0 zu Frembdiswalde gehaltenen Lokal \u2013 Kirchenrechnung hat der Schulmeister und Organist Herr Johann Michael Fleischhammer an und vorgebracht, was ma\u00dfen das in hiesiger Kirche befindliche sehr alte Positiv (kleine, leicht versetzbare <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Orgel\">Orgel<\/a> ) gar nicht mehr zum Spielen und Fundament des Singensschick tauglich, auch keine Reparatur an Selbigen hinl\u00e4nglich und m\u00f6glich, mithin h\u00f6chstm\u00f6glich sei ,das ein wohlklingendes Orgelwerk ganz neu erbauet werde\u201c. Und so beschloss man die Anschaffung einer neuen Orgel. Der Orgelbau wurde dem Orgelbauer Johann Christian Flemming in Torgau \u00fcbertragen. Der Vertrag wurde am 2. Juni 1738 zwischen ihm und Pfarrer Paupitz (1725 \u2013 1745) abgeschlossen. So sollte Flemming die Orgel \u201ebinnen Jahr und Tag\u201c liefern und daf\u00fcr 120 Taler nebst dem alten Positiv erhalten. Da der Orgelbauer den Vertrag zu seinen Gunsten wenden wollte, entbrannte ein Streit zwischen den Parteien, infolgedessen die Fertigstellung sich um 1 Jahr verz\u00f6gerte. Ihre Weihe erfolgte nun am 2.Juli \u201eam Fest Visitations Mariae\u201c 1740. Der Tag der Orgelweihe war ein gro\u00dfer Festtag f\u00fcr Fremdiswalde. Denn der Pfarrer berichtet: \u201eEs waren von hiesigen und ausw\u00e4rtigen Orten eine \u00fcberaus gro\u00dfe Menge Volk zugegen, dergleichen den Menschen Gedenken niemals in unserer Kirche auf einmal gewesen, also das niemand vor den anderen Platz hatte, noch sich r\u00e4umen konnte. Die Jungfern, aus hiesigen Dorfe, etliche und zwanzig, giengen alle in sch\u00f6nen Cr\u00e4nzen, und hatten sich zusammen in den f\u00f6rdersten 3. Weiber St\u00fchlen platcieret. Nach der Predigt wurd auf dem Altar geopfert, also das alle anwesende von beiderlei Geschlecht, Gro\u00df und Klein, auch die kleinen Kinder auf den Arm getragen, um den Altar herum gegangen, und in eine daselbst gesetzte zinnerne Sch\u00fcssel ihre Opfer gelegt.\u201c So wurden 14 Thaler und 4 Groschen w\u00e4hrend der Predigt gesammelt. Insgesamt kamen an diesem Festtag 71 Thaler, 10 Groschen und 2 Pfennige zusammen. F\u00fcr die damalige Zeit sehr viel Geld. 4 Thaler gaben die hiesigen Geistlichen. Die gn\u00e4dige Herrschaft gab 10 Thaler, die Gutsbesitzer des Dorfes etwa 40 Thaler und der Rest kam von ausw\u00e4rtigen Besuchern. Mit der gn\u00e4digen Herrschaft ist die Familie des Rittergutsbesitzers von Caniz auf Mutzschen gemeint. Der Besitzer des Rittergutes Mutzschen ist zu jener Zeit auch Kirchenpatron von Fremdiswalde. 1559 kaufte Kurf\u00fcrst August von Sachsen, wie eine Notiz im Grundbuch von Mutzschen besagt, das ehemalige Starschedelsche Rittergut in Fremdiswalde hinzu. Im Jahre 1622 ging mit Mutzschen auch Fremdiswalde aus dem kurf\u00fcrstlichen Besitz in den Besitz des Kammerrates David D\u00f6ring \u00fcber, der auch das Patronatsrecht \u00fcber Fremdiswalde erhielt. Trotz eines Gutachtens, das vor der \u00dcbergabe der neuen Orgel erstellt wurde, war schon 1755 eine gr\u00f6\u00dfere Reparatur f\u00e4llig. 10 Jahre sp\u00e4ter legt ein verheerender Brand gro\u00dfe Teile der Kirche in Schutt und Asche. Am 15. September 1766 des Nachmittags \u00bc vor 4 Uhr brach in der Pfarrwohnung ein Feuer aus, welches das Pfarrgeb\u00e4ude, die Schule, den Kirchturm und\u00a0<a href=\"https:\/\/www.fremdiswalde.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Kirche_Fremdiswalde2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4411 size-medium alignleft\" src=\"https:\/\/www.fremdiswalde.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Kirche_Fremdiswalde2-300x279.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"279\" srcset=\"https:\/\/www.fremdiswalde.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Kirche_Fremdiswalde2-300x279.jpg 300w, https:\/\/www.fremdiswalde.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Kirche_Fremdiswalde2.jpg 644w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> Johann P\u00f6gens G\u00e4rtnergut verzehrte. Bei diesem Brand fielen die Glocken vom Turm und 2 davon zersprangen, weil man sie noch gl\u00fchend mit kaltem Wasser \u00fcbergossen hatte. Auch verbrannten die Kirchenb\u00fccher bis zu diesem Jahre, so das nur unvollst\u00e4ndige Nachrichten \u00fcbriggeblieben sind. Der Wiederaufbau des Pfarrhauses ist sehr langsam vorangeschritten. Denn noch 1769 wohnte der damalige Pfarrer Oschatz (1755-1771) mit seiner zahlreichen Familie in dem zur Interimswohnung bestimmten Gemeindehaus. Erst 1774 wurde die neue Pfarre fertiggestellt. Die Schule muss nach dem Brand sehr unvollkommen und sehr fl\u00fcchtig wiederaufgebaut worden sein. Denn bereits am 4. April 1821 erteilt das Konsistorium in Leipzig die Genehmigung zu einem abermaligen Neubau der Schule, auf dessen Notwendigkeit der Schulmeister Hofmann (1817-1857) in einem Schreiben von 4. Dezember 1818 aufmerksam gemacht hatte. Doch auch dieses Schulgeb\u00e4ude muss gro\u00dfe M\u00e4ngel gehabt haben. Denn es wurde im Jahre 1877 niedergerissen und durch ein neues ersetzt. Der Kirchturm ist nach der vorerw\u00e4hnten Feuersbrunst zu allererst wiederhergestellt worden. Allerdings hatten die Flammen, wie ausdr\u00fccklich bezeugt wird, auch nur den oberen Teil desselben \u201ebis an das achte Eck\u201c zerst\u00f6rt. Bereits am 15. Dezember 1766, also nur drei Monate nach dem Brand, schreibt Pfarrer Oschatz an den Superintendenten Facilides, nachdem er ihn im Stile der damaligen Zeit \u201eHochErw\u00fcrdiger, HochAchtbarer und Hochgelahrter, H\u00f6chstgeehrtester Herr Superintendens, H\u00f6chstsch\u00e4tzbarer Herr und Patron\u201c angeredet hat: \u201eHochehrw\u00fcrden habe die Ehre gehorsamst zu berichten, da\u00df unser Turm durch g\u00f6ttliche H\u00fclfe gehoben wurden und nunmehro in dieser Woche gedeckt werden soll\u201c. Er bittet dann um die Erlaubnis dazu, dass das Kirchturmdach mit Schindeln eingedeckt werde; denn \u201edie\u00df Dachwerk bleibt bei aller Bewegung unbeschadet, und ist bei dem jetzigen Geldmangel auch um ein gro\u00df Teil leichter und wohlfeiler herzustellen\u201c. Diese Erlaubnis wurde jedoch nicht erteilt: der Turm wurde einstweilen mit Brettern verschalt und dann sp\u00e4ter (1779) von dem Schieferdecker Pauli in Grimma mit Schiefer gedeckt. Von den drei Glocken die vor dem Brande auf dem Turm hingen, ist die mittlere unversehrt geblieben. Sie stammte aus dem Jahre 1464 und trug die Innschrift: O rex glorie criste vene com pace. (O K\u00f6nig der Herrlichkeit Wappen vollst\u00e4ndig dem Frieden verpflichtet). 1893 vom Glockengie\u00dfer Jauck aus Leipzig umgegossen, erhielt sie die alte Inschrift wieder. Die beiden anderen Glocken hingegen mussten nach dem Brande neu gegossen werden. Den Neuguss besorgte Glockengie\u00dfer Berger in Leipzig im Jahre 1779. Die Glocken wurden im Laufe der Zeit noch mehrfach umgegossen. Die gro\u00dfe Glocke wiegt 422,5 kg, die mittlere 272 kg und die kleine 126 kg. 7o Jahre sind seit dem gro\u00dfen Pfarrbrand vergangen, wir schreiben das Jahr 1835 und eine gr\u00f6\u00dfere Renovation macht sich notwendig. Ende Juni, Anfang Juli des genannten Jahres wurde das Kirchendach neu gedeckt, das Durchsichtige im Turme neu beblecht, das Fenster neben der Kanzel verl\u00e4ngert und g\u00e4nzlich erneuert, ebenso mehrere Fenster durchbrochen. Im Laufe der kommenden Monate wurde die Leichenhalle abgebrochen und an ihren jetzigen Platz in der S\u00fcdwestecke des Kirchhofs versetzt. Ferner wurden die Kirchenst\u00fchle vermehrt und der Gang wurde erweitert. Im Juli 1836 wurde die ganze Kirche gewei\u00dft, der Altar marmoriert und die erneuerte Decke der Kirche, sowie das Gest\u00fchl des Chores und die Emporen wei\u00df und gr\u00fcn angestrichen. 1834 kamen noch zwei neue Altarleuchter hinzu, angefertigt vom Zinngie\u00dfer Schilbach zu Leipzig. Ein halbes Jahrhundert sp\u00e4ter, am 10. November 1883 feierte unsere Gemeinde mit gro\u00dfer Begeisterung das 400-j\u00e4hrige Luther Jubil\u00e4um. Am 11.November, einem Sonntag, dem zweiten und eigentlichen Haupt Tag der Lutherfeier, erfolgte, unter gro\u00dfer Feierlichkeit und unter sehr zahlreicher Beteiligung, die Pflanzung der Lutherlinde auf dem freien Platz vor der Kirche auf dem Gottesacker. Pfarrer Merz hielt die Weiherede. Am Vormittag hatte im unmittelbaren Anschluss an die Festpredigt eine Kommunionsfeier stattgefunden. Und am Abend f\u00fchrten Schulkinder unter Leitung des Kirchschullehrers H\u00f6ber im Gasthofsaal ein Festspiel auf, das etliche Ereignisse aus Luthers Leben behandelte. Einige Jahre sp\u00e4ter, n\u00e4mlich 1897, wurde eine Tradition ins Leben gerufen, die sich auch heute noch gro\u00dfer Beliebtheit erfreut, der Abendgottesdienst. Der erste Gottesdienst dieser Art fand am 24. Dezember 1897 in der weihnachtlich geschm\u00fcckten Kirche statt, bei der die Kirche die Teilnehmer, dabei auch viele von ausw\u00e4rts, kaum zu fassen vermochte. Diese Weihnachtsfeier in der Kirche war die erste derartige Feier in der Umgegend. Sie wurde im Jahre 1898 genau nach hiesigen Muster auch in Sachsendorf eingef\u00fchrt. Ebenfalls 1898 wurde in Fremdiswalde der Kindergottesdienst eingef\u00fchrt. Auch f\u00fcr den evangelischen Bund ist viel Interesse vorhanden, er hat um 1893 22 Mitglieder. Vom Jahre 1893 bis zum Jahre 1909 haben hier nicht weniger als sechs Ehepaare das 50-j\u00e4hrige Ehejubil\u00e4um feiern k\u00f6nnen, alle erfreut durch ein Geschenk des K\u00f6nigs. Es waren dies die Eheleute Grunewald, Helm, Wilhelm Wetzig, Schnabel, Patzsch und Friedrich Daniel Wetzig. Gro\u00dfes Interesse bei der Gemeinde weckten von Anfang an, die seit Februar 1897 abgehaltenen parochialen Familienabende. Die vom Pfarrer geleiteten Abende, an denen auch der M\u00e4nnergesangsverein und der \u201edeutsche\u201c Turnverein des Ortes regelm\u00e4\u00dfig mitwirkten, fanden enormen Zuspruch. So schreibt Pfarrer L\u00f6ber: \u201eAuch, wenn die Er\u00f6rterung religi\u00f6ser Fragen gern vermieden wird, so ist das Interesse doch, wenigstens indirekt, ein Beweis kirchlichen Gemeindelebens.\u201c Von den bei den Familienabenden behandelten Themen seien folgende genannt: Land und Leute Indiens, Fastnachtsbr\u00e4uche, Reiseplaudereien, oder \u201ewas wissen wir \u00fcber die Fremdiswalder Vergangenheit?\u201c Wie man sieht, hat man sich auch damals schon f\u00fcr die Vergangenheit von Fremdiswalde interessiert. Nun, ein Jahrhundert geht zur Neige, viel ist geschehen in dieser Zeit, es gab Kriege, bedeutsame Friedensbeschl\u00fcsse und die industrielle Revolution setzte unaufhaltsam ihren Siegeszug fort. Im Silvestergottesdienst 1899 wurde auch hier der Jahrhundertschluss gefeiert, ohne R\u00fccksicht auf die vielen pedantischen Rechenmeister weit und breit, die das neue Jahrhundert erst mit dem 1.Januar 1901 beginnen lassen wollten. Bald nach Beginn des neuen Jahrhunderts, im Jahre 1904, konnte die l\u00e4ngst geplante Renovation der im Jahre 1900 von dem Kirchdiener, Maurer Gottlob D\u00f6ge nochmals <a href=\"https:\/\/www.fremdiswalde.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Kirche_Fremdiswalde3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4415\" src=\"https:\/\/www.fremdiswalde.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Kirche_Fremdiswalde3-244x300.jpg\" alt=\"\" width=\"244\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.fremdiswalde.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Kirche_Fremdiswalde3-244x300.jpg 244w, https:\/\/www.fremdiswalde.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Kirche_Fremdiswalde3.jpg 703w\" sizes=\"auto, (max-width: 244px) 100vw, 244px\" \/><\/a>ausgewei\u00dften Kirche, vorgenommen werden. Viele gro\u00dfe M\u00e4ngel und Unvollkommenheiten, die die Kirche sowohl im Inneren als auch im \u00c4u\u00dferen aufwies, machten ihre gr\u00fcndliche Erneuerung notwendig. Vor allem aber musste durch Erweiterung der engen Orgelempore nach Westen zu Platz zur Aufstellung einer neuen Orgel geschaffen werden. Die alte, aus dem Jahre 1740 stammende Orgel, war in einem j\u00e4mmerlichen Zustand. Die neue 14-stimmige Orgel stammt aus der Orgelbauanstalt von Alfred Schmei\u00dfer in Rochlitz, das Orgelgeh\u00e4use wurde vom Tischlermeister Fischer aus Fremdiswalde gefertigt. Die neu renovierte Kirche sowie die neue Orgel wurden am 4. Advent, dem 18. Dezember 1904 eingeweiht.\u00a0 Die vom Kirchschullehrer H\u00f6ber sehr gut gespielte Orgel macht ihrem Erbauer die gr\u00f6\u00dfte Ehre. Viele Arbeiten an der Kirche wurden von heimischen Handwerkern ausgef\u00fchrt, wie vom bereits erw\u00e4hnten Tischlermeister Fischer oder Dachdeckermeister Seiler, Schlossermeister Schmidt, Glasermeister Schubert und Schmiedemeister Werner. Die Orgel wurde \u00fcbrigens 1906 von einem Blitz getroffen, der aber gl\u00fccklicherweise nur geringen Schaden anrichtete. Die beiden Weltkriege \u00fcberstand unsere Kirche unbeschadet. Das war nicht selbstverst\u00e4ndlich, da im 1. Weltkrieg Flugzeuge den Himmel eroberten und eine neue Art von Krieg \u00fcber den K\u00f6pfen der Bev\u00f6lkerung austrugen und ganz besonders im darauffolgenden 2.Weltkrieg, wo ganze St\u00e4dte durch Brandbomben in Flammen aufgingen. Wie im ersten, so wurden auch im zweiten Weltkrieg die jeweils zwei gro\u00dfen Glocken f\u00fcr die Kriegsr\u00fcstung vom Kirchturm geholt. Die Firma Schilling aus Apolda goss 1957 f\u00fcr unsere Gemeinde drei neue Stahlglocken. Leider musste die kleine Glocke verkauft werden, da sie klanglich nicht ins neue Gel\u00e4ut passte. An einem Sonntag, dem 29.09. des Jahres 1957, erfolgte dann die feierliche Glockenweihe. Fast genau 70 Jahre nach der letzten Renovierung der Kirche war es 1973 wieder einmal so weit. Der nach dem Brand 1766 aufgesetzte Turm mit Welscher Haube, war nach \u00fcber 200 Jahren in einem sehr bauf\u00e4lligen Zustand. Wie schon erw\u00e4hnt, wurden bei der Renovierung im inneren der Kirche Fresken aus der Zeit um 1250 gefunden. Dies fand der Restaurator Volker Wiesner 1978 heraus. Der letzte gr\u00f6\u00dfere Einsatz fand im Jahre 2010 statt, als das Kirchendach durch den hiesigen Dachdeckermeister Pfeifer neu mit Schiefer eingedeckt wurde. Auch das Pfarrhausdach wurde in den letzten Jahren neu eingedeckt und das alte Geb\u00e4lk ausgewechselt. Gute Unterst\u00fctzung erhielten wir u.a. durch das Leader-Programm der EU (Europ\u00e4ische Union) und Sponsoren unserer Gemeinde sowie der Landeskirche. Ohne die kostenfreie Mithilfe Fremdiswalder B\u00fcrger w\u00e4ren diese n\u00f6tigen Bauma\u00dfnahmen nicht m\u00f6glich gewesen. So darf nun seit mehreren Jahren der Kirchenraum f\u00fcr Beerdigungen auch von Nichtkirchenmitgliedern genutzt werden.<\/p>\n<p>Recherche, Zusammenfassung und aufgeschrieben von Thilo Busch<\/p>\n<p>Quellen: Wikipedia; Sachsens Kirchen Galerie um 1840; Neu s\u00e4chsische Kirchen Galerie um 1912; Der Heimatbote<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Deutschland gibt es ungef\u00e4hr 50.000 Kirchen, eine von ihnen ziert seit ca. 700 Jahren unsere Gemeinde. 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