Vereinsfahrt zum Braunkohlentagebau Welzow Süd

Ausfahrt 2017Zu den vielfältigen Angeboten des Fremdiswalder Dorf- und Heimatvereins zählt jedes Jahr eine Vereinsfahrt, die auch Nichtmitgliedern offen steht. Wie auch in den Jahren zuvor wurde der diesjährige Auslug vom Vorstandsmitglied Carola John gut organisiert und von ihr begleitet. So starteten am Samstag, dem 16. September 2017 pünktlich 8 Uhr 22 Reiselustige zu einer Exkursion In die Niederlausitz zum Braunkohlentagebau Welzow Süd. Nach einer freundlichen Begrüßung durch unseren Busfahrer und unsere Reiseleiterin Carola fuhren wir zügig auf den Autobahnen A14 and A13 bis zur Abfahrt Großräschen nach Welzow. Unterwegs wurden wir mit Getränken versorgt, was zusätzlich für gute Stimmung sorgte. Pünktlich 10.15 Uhr trafen wir am excursio Besucherzentrum in Welzow ein, wo uns ein netter Gästeführer des Bergbautourismus – Vereins begleitete. Etwas später stiegen wir in einen der robusten gelben Mannschaftstransportwagen (LKW), setzten einen weisen Schutzhelm auf und los ging die mehrstündige Fahrt in den aktiven Braunkohlentagebau.
Wir war alle gespannt, was uns erwartet. Eifrig wurden Erfahrungen ausgetauscht, wie wir in früheren Zeiten noch mit Braunkohle heizten. Beim ersten Ausstieg standen wir am Grubenrand. Wir staunten über die Tiefe und die riesige Ausdehnung des Tagebaus. Unser kompetenter Gästeführer berichtete, dass schon 1866 Braunkohle abgebaut wurde. Heute umfasst das Braunkohlefeld Welzow Sü ca. 11200 ha. Dafür wurde und wird 89 km² Land in Anspruch genommen. 17 Dörfer mussten der Kohle weichen. Der heutige Tagebau ist Hauptversorger für das E-Kraftwerk Schwarze Pumpe(Neubau) und die Brikettfabrik Schwarze Pumpe. Der Welzower Tagebau ist somit größter Arbeitgeber der Lausitz (ca. 8000 Menschen). Die Braunkohle-Fördermenge betrug 2015 18,2 Millionen Tonnen.

Weiter ging unsere holprige Fahrt in den Tagebau hinein. Wir bestaunten die riesige Mondlandschaft der Abraumberge. 80 bis 100 m tief müssen sich die Abraumbagger „fressen“, ehe die Kohlschicht freigelegt ist. Wir bestaunten die großen Eimerketten der Vorschnittbagger und der ca. 600 m breiten Abraumförderbrücke, die sich über den gesamten Tagebau spannte. Endlich fuhren wir bis zur Talsohle der Grube, wo die Braunkohleschicht (ca. 15 m hoch) lag. Ein mächtiger Schaufelradbagger schabte mit seinen Zähnen die Braunkohle von der Wand ab und schüttete sie auf Förderbänder, die sich kilometerweit durch den Tagebau schlängeln.

Noch beeindruckt von dem Erlebten fuhren wir wieder aus dem Tagebau heraus, denn nun wollten wir sehen, wie es gelungen ist, die zerfurchte Abraumlandschaft wieder zu rekultivieren und nutzbar zu machen. Wir fuhren an aufgeforsteten Flächen vorbei, wo Kiefern und Fichten wuchsen, sahen Wiesen mit Wildkräutern und Felder, die für die Landwirtschaft wieder erschlossen waren. Unser letzter Stopp führte uns zu einem rekultivierten Berg, auf dem früher das Dörfchen Wolkenberg gestanden hatte. Zu unserem großen Erstaunen war eine 6 ha breite Fläche mit 24000 Rebstöcken angepflanzt worden. Es entstand der Weinberg Wolkenberg, in dem wir dicke Trauben entdeckten, die eine reiche Ernte versprachen. Unsere 50 km lange Rundreise durch den Tagebau endete auf Gut Geisendorf, das am Rande des Tagebaus als einziges Haus erhalten geblieben war. Dort nahmen wir ein kräftiges Bergmannsvesper ein. Den krönenden Abschluss unserer Exkursion bildete die Verkostung dreier Weinsorten vom Weinberg Wolkenberg. Mit einem letzten Blick in den Welzower Tagebau ging unsere Fahrt wieder heimwärts.

Für uns alle war es ein toller Tag mit vielen unvergesslichen Eindrücken. Wir danken unserem Gästeführer, dem Busfahrer und vor allem Carola John, die uns diesen schönen Tag zum Erlebnis werden ließen.

Einige Schnappschüsse vom Tag findet Ihr hier.

Viele Grüße

Inge und Gerhard John

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